TITANIC - Eine Tragödie

Eine Betrachtung der Musik und der Musiker auf der Titanic.



Offizielle Homepage des Titanic-Filmes: www.titanicmovie.com


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Fanartikel zum Titanic-Film


"Making of" des Titanic-Filmes


Und die Kapelle spielte weiter ...

Als die "Titanic", das Flagschiff der White Star Line, am 14. April 1912, kurz vor Mitternacht auf ihrer Jungfernfahrt einen Eisberg rammte, innerhalb von zweieinhalb Stunden sank und über 1500 Passagiere in dern Tod rieß, geschah dies mit musikalischer Begleitung: gespielt von Musikern der "Titanic"-Orchesters, sehr mutige Männer, auf tragische Weise dazu bestimmt, mit ihrem Schiff unterzugehen.

In der viktorianischen Ära hatte die industrielle Revolution Großbritannien und den Rest der Welt in allen Bereichen beständig verändert, und die Seefahrt bildete hierbei keine Ausnahme. Mit der Einführung von Kohlebetriebenen Dampfmaschinen schossen beiderseits des Atlantiks Schiffahrtsgesellschaften wie Pilze aus dem Boden. Die White Star Line wurde 1850 in Liverpool ursprünglich als Handelsflotte gegründet und 1867 von Sir Edward Harland und Thomas Henry Ismay aufgekauft. Die Belfaster Schiffbaufirma Harland & Wolff baute Schiffe auf sehr hohem Standard, dabei gaben sie dem Komfort den Vorzug vor der Geschwindigkeit für Atlantiküberquerungen, bei denen bislang den Bedürfnissen der Passagiere wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden war. 1871 wurde die "Oceanic" vom Stapel gelassen, ihre luxuriöse Einrichtung beinhaltete einen großen Speisesaal, fließendes Wasser und Elektrizität in den Passagierkabinen, ein Prüfstein für konkurrierende Dampfschiffahrtsgesellschaften. Bruce Ismay wurde 1899 der Nachfolger seines Vaters und begründete die Partnerschaft mit dem neuen Vorstand von Harland & Wolff, Lord Pirrie. Der Wettbewerb zwischen den Schiffahrtsgesellschaften wurde immer härter, und als die Cunard Linie mit der "Lusitania" und der "Mauritania", den beiden größten und schnellsten Schiffen, die bis dahin jemals gebaut worden waren, die Initiative übernahm, konterte die White Star Line mit der Fusion mit einem Konglomerat unter der Kontrolle des amerikanischen Multimillionärs J. Pierpoint Morgan. 1907 entschloß man sich dann, mit dem Bau dreier "Olympia-Klasse-Linern", der "Olympic", der "Titanic" und später der "Britannic", die Anstrengungen von Cunard noch zu überbieten. Sie waren der letzte Schrei an Luxus, und ein integraler Bestandteil dieses Komforts war die Unterhaltung der Passagiere mit Live-Musik von professionellen Musikern höchsten Kalibers.

Noten (Partitur) einer Fassung für Chor und Orgel des englischen Chorals "Näher mein Gott zu Dir / Nearer my God to Thee" von L. Mason.
(noch nicht implementiert)


Das Orchester der "Titanic" war geteilt in zwei separate Streichensembles. Ein Quintett übernahm regelmäßig die Unterhaltung der Passagiere erster Klasse, während ein Trio mit eher kontinentalem Programm für die Passagiere der zweiten Klasse spielte. Die Musik stammte aus dem White Star Line Songbook, das 352 Stücke - Ouvertüren, Opernstücke, Kirchenmusik, Zwischenspiele und Intermezzi, Suiten und Fantasien, Walzer, Märsche und Cakewalks - umfaßte. Von den Musikern wurde erwartet, daß sie jedes einzelne Stück auswendig spielen konnten, sobald es aufgerufen wurde, und populäre Melodien der Zeit aus dem Stegreif wiedergeben konnten.
Die Arbeitsbedingungen der Musiker waren beileibe nicht besonders glanzvoll, bei der Jungfernfahrt der "Titanic" tauchten sie auf der Passagierliste zweiter Klasse auf. Ihr Arbeitstag begann am Mittag, sie spielten zum Mittagessen in den Speisesälen, danach Tänze zum Tee, Konzerte und Trios. Danach kam Diner- und Abendmusik, häufig mit Tanzmusik bis spät in die Nacht - und das ganze wiederholte sich dann am nächsten Tag.

Strophe aus der Titanic-Fassung von "Nearer my God to Thee"
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In der Nacht der Katastrophe spielten alle Musiker zumindest für einige Zeit zusammen, und sie spielten bis zum bitteren Ende. Nach der Kollision versammelte sich das Orchester in der Lounge der ersten Klasse und spielte heitere Stücke, um die Moral aufrechtzuerhalten. Dann gingen die Musiker zum Vordeck und schließlich zum Deck selbst. Welches Stück sie als letztes spielten, wird kontrovers diskutiert, es gibt ein Patt zwischen einer Fassung von Nearer my God to Thee (Näher mein Gott zu Dir) und dem beliebten Walzerlied der Zeit Songe d' automne.
Der Mythos, daß die Kapelle weiterspielte, als ihr das Wasser bereits bis zu den Knien stand, ist unmöglich. Aber es gibt auch keine Aufzeichnungen darüber, daß die Musiker versucht hätten, eines der Rettungsboote zu erreichen. Ihre Versuche, die Passagiere zu beruhigen, waren wenigstens teilweise erfolgreich. Nicht einer der Musiker wurde gerettet.

Music-CD "And the Band played on", Music played on the Titanic performed by "I Salonisti".

Dieses Schaufenster zur Musik der White Star Line von "I Salonisti" ist ein Tribut an diese außergewöhnlichen jungen Männer und an die gesamte Tradition des kühnen Musizierens auf hoher See.

Übersetzung DECCA 1997 Sigrid Konrad


Kommentar von "I Salonisti"

Dieses Repertoire ist und lieb und wert: Es bedeutet, wunderbarer Musik zu geben, was ihr gebührt, und das nostalgisch sinnträchtige Ambiente einer vergangenen Epoche auferstehen zu lassen. Hinzu kommt unsere immerwährende Bewunderung für unsere selbstlosen Musikerkollegen auf der "Titanic", die sowohl musikalisch als auch in menschlicher Hinsicht so heldenhaft gehandelt haben. Die vorliegende Einspielung ist unsere Begleitmusik zu den Bildern und Geschichten rund um jenes tragische und unvergeßliche Ereignis und zugleich unsere Hommage.

I Salonisti


Beschreibung



I Salonisti, fünf Musiker, die sich 1983 zusammenfanden, sind in allen Epochen, Ländern und musikalischen Stilen zuhause. Die Freude an der Musik ist ihre Maxime. Sie haben ein weitreichendes Repertoire, und durch ihre zahlreichen Kontakte mit Komponisten der ganzen Welt verfügen sie über einen beachtlichen Bestand an Originalkompositionen und Arrangements, die auf ihre unkonventionelle Besetzung aus zwei Violinen, Cello, Kontrabaß und Klavier zugeschnitten sind. Sie sind bei zahlreichen hochangesehenen Veranstaltungen und Festival der ganzen Welt aufgetreten.
I Salonisti haben ein besonders inniges Verhältnis zur Musik und den Musikern der "Titanic" und besitzen eine umfangreiche Sammlung von Partituren aus dem Nachlaß des "Rudi-Nyáry"-Orchesters, das zu Beginn des Jahrhunderts viele Jahre lang auf Überseedampfern sein Gewerbe ausübte und viele der Stücke spielte, die im White Star Line Songbook enthalten sind.

Übersetzung DECCA 1997


Die Musiker, die beim Untergang der Titanic ums Leben kamen

P. C. Taylor W. T. Brailey J. L. Hume
G. Krins W. Woodward W. Hartley (Leader)

Mitglieder von "I Salonisti"

Thomas Füri (violin)
Lorenz Hasler (violin)
Ferenc Szedlák (cello)
Béla Szedlák (double bass)
Werner Giger (piano)

CD Inhalt "And the band played on ..." Music played on the TITANIC , I Salonisti



  1. Comic Cake Walk, Robert Vollstedt (d. 1919), 3.28
  2. Destiny, Sydney Baynes (1879-1938), 6.48
  3. El Capitan, John Philip Sousa (1854-1932), 2.19
  4. None but the Lonely Heart, Pyotr Ilyich Tchaikovsky (1840-93), 2.59
  5. Molly on the Shore, Percy Grainger (1882-1961), 4.07
  6. Intermezzo from Cavalleria rusticana, 3.29
  7. Glühwürmchen-Idyll from Lysistrata, Paul Lincke (1866-1946) , 2.22
  8. Ständchen from Schwanengesang, Franz Schubert (1797-1828), 3.38
  9. Elite Syncopations, Scott Joplin (1868-1917), 3.27
  10. Wiener Blut, Johann Strauss II (1825-99), 9.09
  11. Cavatine, Joachim Raff (1822-82), 4.21
  12. Everybody's Doing it Now, Irving Berlin (1888-1989), 1.55
  13. Humoresque, Antonín Dvorák (1841-1904), 3.12
  14. Pomp & Circumstance March No. 1, Edward Elgar (1857-1934), 6.52
  15. Nearer my God to Thee, Lowell Mason (1792-1872), 3.54
Total timing : 61.57

CD Infos

"And the Band played on", Music played on the Titanic performed by "I Salonisti", DECCA Records London 1997, DDD, 458 382-2 (L/H)


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